Liegt es an rückläufigen Umsatzzahlen oder der immer deutlicher werdenden vegetarischen Welle das die Verbände, Gemeinschaften und sonstigen Vertreter der Fleischindustrie zum Gegenschlag ausholen?
Da wird dem verunsicherten Konsumenten sugeriert, sein Fleischkonsum sei gesund, eine hohe Milchleistung pro Kuh sei aktiver Umweltschutz und vegane Ernährung sei gefährlich und absolut ungesund.
So zu lesen im aktuellen Schmierblatt der FNL.
Hier wird dem Landwirt Angst gemacht was geschieht wenn er auf herkömmlichen Pflanzenschutz und Überdüngung verzichtet. Bio wird zwischen den Zeilen als schlecht dargestellt und Genmanipulation sei ein heilbringender Weg aus der Misere.
Welche Misere frage ich mich da? Hat Monsanto, Bayer und wie sie alle heißen Angst um ihre Patente? Bekommen die Lobbyisten in Brüssel endlich den Gegenwind den sie verdienen, der sie dorthin bläßt wo sie hingehören. Auf den Haufen Mist den sie seit Jahrzehnten anrichten indem sie, für nachweislich schlechten Umgang mit der Natur, Greenwashing betreiben und Einfluß auf Landwirte, Politik und nicht zuletzt den Verbrauchen nehmen.
Wehrt euch!
Es ist Zeit diese Schmierfinken in ihre Schranken zu weisen. Es ist Zeit die Lügen der Fleisch- und Milchindustrie nicht länger zu akzeptieren, nicht einmal passiv.
Die “Argumente” der Fleischindustrie und die Antwort darauf. Eine Zusammenfassung der Albert Schweitzer Stiftung :
Bloß nicht vegetarisch / vegan!
Zunächst wird die vegetarische und vegane Ernährung schlecht gemacht: »Eine ausgewogene Ernährung ohne Fleisch ist schwierig, der vollständige Verzicht auf tierische Lebensmittel sogar problematisch«. Dem stehen nicht nur unzählige, langjährige Erfahrungen von VegetarierInnen und VeganerInnen entgegen, sondern auch in der Wissenschaft setzt sich mehr und mehr eine Sichtweise pro Veg*ismus durch – siehe z.B. die Position der größten US-ErnährungsexpertenInnenorganisation ADA.
So viel Fleisch essen wir doch gar nicht
Dann wird behauptet, dass die Deutschen nicht übermäßig viel Fleisch essen würden – einige andere Länder haben schließlich einen noch höheren Fleischverbrauch pro Kopf. Letzteres beweist aber gar nichts – außer dass diese Länder ein noch größeres Problem haben als wir. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fordert eine drastische Einschränkung des Fleischkonsums.
Welthunger und Regenwaldabholzung nicht durch Fleischproduktion
Weiter geht es damit, den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Welthunger zu leugnen: Da vor 50 Jahren ein höherer Anteil der Menschen hungerte als heute, in derselben Zeit der Fleischkonsum aber gestiegen sei, könne der Fleischkonsum nicht für den Hunger verantwortlich sein. Der Fehler in dieser Argumentation liegt darin, kausale Zusammenhänge herzustellen, wo keine sind. Mehr zum Thema Fleisch und Hunger finden Sie hier. Die Regenwälder würden durch die Fleischproduktion auch nicht zu Schaden kommen, weil die Rodungen »zunächst zur Holzgewinnung« abgeholzt werden. Da fragt man sich doch glatt, warum Regenwaldschützer gegen die Massentierhaltung protestieren.
Vor 100 Jahren ging es den Tieren noch schlechter
Interessant ist auch, dass die Agrarindustrie sich ständig damit herausreden will, den Tieren gehe es heute besser als in den »dunklen, stickig feuchten« Ställen von damals. Zum einen ist es auch in den »modernen« Ställen häufig dunkel und stickig / stinkig, und zum anderen leiden heute nicht nur viel mehr Tiere als damals, sondern ihre Leiden sind den Tieren zum Teil sogar schon dank rücksichtsloser Züchtung auf immer schnellere Gewichtzunahme, größere Euter und mehr Eier angeboren.
Tierschutz? Sowieso!
Die FNL zitiert fleißig das Tierschutzgesetz, was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, ist es doch die Agrarindustrie, die das (teils mangelhafte) Tierschutzgesetz jeden Tag mit Füßen tritt. So werden Tieren z.B. routinemäßig Schwänze abgeschnitten, Zähne abgeschliffen und Schnabelspitzen abgetrennt, obwohl diese Eingriffe nur in Ausnahmefällen erlaubt sind.
Auch die alte Mär, dass Tiere nur dann gute Leistungen erbringen würden, wenn es ihnen gut gehe, wird wieder bemüht. Dazu antworten wir frei nach Jonathan Safran Foer: Die Agrarindustrie hat entdeckt, dass man mit kranken Tieren mehr Geld verdienen kann als mit gesunden Tieren. Überzüchtung, Platzmangel und häufige Antibiotikabeigaben machen es möglich.
Wie blanker Hohn wirkt die Aussage »geschulte Kräfte transportieren die Tiere von den Landwirtschaftsbetrieben zu den Schlachthöfen, wo sie mit einem hohen Maß an Sachkunde, Professionalität und der notwendigen Sensibilität geschlachtet und zerlegt werden«, wenn man sich die gravierenden und mehrfach belegten Mängel bei den Tiertransporten und den Schlachtungen vor Augen führt.
Fleisch aus solch »verantwortungsvoller Nutztierhaltung« könne man laut FNL am QS-Siegel erkennen, das aus unserer Sicht bestehende Tierquälereien nur legitimieren soll, und den Mästern in Tierschutzfragen nichts Nennenswertes abverlangt. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Fazit
Die Argumente der Fleischindustrie sind so schwach, dass es sehr leicht fällt, sie zu entkräften, wenn man sich mit den Hintergründen beschäftigt hat. Wir hoffen, dass dieser Beitrag vielen InteressentInnen eine gute Hilfestellung bietet!
Zum Artikel der Albert Schweitzer Stiftung :